München, 08. November 2011 – Das Interesse an der Teilnahme an staatlichen Programmen zum Schutz kritischer Infrastrukturen ist in Unternehmen im Vergleich zu 2010 weltweit gesunken. In Deutschland wissen nur 34 Prozent der Firmen von derartigen Programmen. Dies ist das Ergebnis der „Critical Infrastructure Protection (CIP) Survey 2011“, bei der Symantec bereits zum zweiten Mal Unternehmen aus Schlüsselindustrien wie Banken oder der Energieversorgung befragte. Hinzu kommt, dass Unternehmen weniger Ressourcen für die Sicherheit ihrer IT bereitstellen. Dies ist besonders beunruhigend, da ein Cyberangriff auf Unternehmen mit kritischen Infrastrukturen weitreichende Folgen für die nationale Sicherheit haben kann.
Attacken wie Nitro und Duqu zielen auf Schwachstellen in kritischen Infrastrukturen ab. Vor diesem Hintergrund beunruhigen die Ergebnisse der neuen Symantec-Studie. Sie untersuchte, wie Betreiber von Netzwerken, die für die Wirtschaft und Gesellschaft als kritisch gelten, ihre aktuelle Sicherheitslage einschätzen.
Das zentrale Ergebnis der Studie: In diesem Jahr nahmen deutlich weniger Unternehmen an einem staatlichen Schutzprogramm teil. Das überrascht kaum, da die Betreiber ihre Anstrengungen zum Schutz kritischer Netze wegen Personal- und Budgetmangel stark einschränken müssen. Sie konzentrieren sich primär auf aktuelle Bedrohungen und vernachlässigen dadurch weitreichendere Schutzmaßnahmen. Dies ist eine besorgniserregende Entwicklung, stehen doch Betreiber kritischer Infrastrukturen mehr denn je im Visier organisierter Cyberkrimineller. Unternehmen und Regierungen weltweit sollten den Schutz dieser für Wirtschaft und Gesellschaft wichtigen Netzwerke stärker forcieren und in das Zentrum ihrer Bemühungen stellen.
Um der steigenden Bedrohung Rechnung zu tragen, erweiterte Symantec den Kreis der befragten Sektoren. Während 2010 nur sechs Bereiche untersucht wurden, nimmt der CIP 2011 inzwischen 14 Sektoren unter die Lupe. Dazu zählen das Energie-, Banken- Versicherungs- und Finanzwesen sowie Sektoren wie Telekommunikation, IT, Gesundheit, der öffentliche Dienst, Informationstechnologie, Landwirtschaft, Regierungen, Fertigungsunternehmen, der Nah- und Fernverkehr sowie öffentliche Bau- und Chemiefirmen.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie auf einen Blick:
Über die Studie
Die „Critical Infrastructure Protection Survey“ wurde zwischen August und September 2011 von Applied Research durchgeführt. Dabei konzentrierte sich die Umfrage auf IT-Leiter und Führungskräfte aus Unternehmen von 14 verschiedenen Industriezweigen, die für die Wirtschaft und Gesellschaft als kritisch eingestuft werden.
Der Bericht untersucht bereits zum zweiten Mal, inwiefern Besitzer beziehungsweise Betreiber sensibler Netzwerke an staatlichen CIP-Programmen teilnehmen und wie sie ihre aktuelle Sicherheitslage einschätzen. Weltweit befragte Symantec knapp 3.500 Unternehmen in 37 Ländern aus Nord- und Südamerika, der EMEA-Region (Europa, dem Mittleren Osten und Afrika) und dem asiatisch-pazifischen Raum. In Deutschland nahmen 100 Unternehmen an der Umfrage teil.
Es wurde anhand verschiedener Kriterien bewertet, wie stark sich einzelne Unternehmen in den Schutzprogrammen ihrer Regierung engagieren (CIP Participation Index). Berechnungsgrundlage liefern die Ergebnisse aus 2010. Damit liegt der CIP Participation Index des Vorjahres bei 100 Prozent.
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