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Cyberbullying – Unsoziales Verhalten online



30. März 2007 Zurück zum Artikel
Einführung
Moderne Technologien eröffnen Kindern heute ungeahnte Möglichkeiten, sich zu vernetzen, soziale Kontakte zu knüpfen und zu kommunizieren. Soweit die gute Nachricht. Die Kehrseite der Medaille ist, dass einige Kinder und Jugendliche diese Technologien missbrauchen. Cyberbullying, d. h. eine Art von Online-Mobbing, ist nur ein Beispiel für solch einen Missbrauch. Im Grunde genommen ist Cyberbullying nichts anderes als die Hightech-Version des Schikanierens auf dem Schulhof. Cyberbullying ist ein gemeines und unsoziales Verhalten entweder über das Internet oder per Mobiltelefon ─ häufig anonym, meistens unter Jugendlichen und manchmal von gestörten Erwachsenen.
Aggression per Mobiltelefon und das Internet
Cyberbullying erfolgt per SMS über Mobiltelefone oder über das Internet in E-Mails, Instant Messages, Social Networking-Blogs oder auf Webseiten, um andere Kinder oder Jugendliche zu belästigen, zu demütigen und einzuschüchtern. Das Schikanieren kann viele Formen annehmen. So können falsche Gerüchte oder peinliche Fotos von anderen in die Welt gesetzt werden, oder es werden provozierende Nachrichten, immer wiederkehrende Belästigungen (auch sexueller Art), Stalking-, Droh- oder sogar Erpressungs-E-Mails versendet.
Es gibt zwei große Unterschiede zwischen Einschüchterung auf dem Schulhof und Cyberbullying. Beim Cyberbullying kann man die Technik nutzen, um provozierende Nachrichten sehr schnell an viele Empfänger zu versenden. Zum Beispiel kann ein mit dem Mobiltelefon aufgenommenes peinliches Foto innerhalb von Minuten an alle Klassenkameraden gesendet werden. Zudem bieten Mobiltelefone, PCs und das Internet dem Täter eine gewisse Anonymität, was ihn ermutigen kann, noch aggressiver oder bösartiger vorzugehen.
Erziehung in einer vernetzten Welt
Wir bringen unseren Kindern bei, zwischen Gut und Böse und zwischen ethischem und unethischem Verhalten zu unterscheiden. Allerdings nehmen wir uns nicht immer die Zeit, sie daran zu erinnern, dass beim Umgang mit dem Internet und Mobiltelefonen dieselben Regeln gelten. Doch das sollten wir.
Und auch im Alltag behüten und beschützen wir unsere Kinder. Normalerweise wissen wir, wo sie sich aufhalten, mit wem sie unterwegs sind und was sie tun. Wenn Sie ihr Mobiltelefon oder das Internet nutzen, wissen wir zwar, was sie tun, aber wir wissen nicht genau, mit wem sie in Kontakt sind oder was gesagt wird bzw. welche Textnachrichten, Instant Messages oder E-Mails ausgetauscht werden. Das sollten wir aber.
Als Eltern haben wir die Verantwortung sicherzustellen, dass unsere Kinder weder Täter noch Opfer sind. Wir müssen mit unseren Kindern darüber sprechen und uns davon überzeugen, dass sie die "goldene Regel" verstanden haben und sie auch bei der Nutzung von Mobiltelefon und PC anwenden. Wir sollten kontrollieren, wie unsere Kinder die unterschiedlichen Technologien nutzen. Wenn Ihre Kinder Mitglied bei Social Networking-Websites sind, überprüfen Sie die von ihnen erstellten Profile oder Webseiten. Sollten sie Täter oder Opfer sein, werden Sie das schnell feststellen können.
Ist Ihr Kind Opfer von Cyberbullying?
Wenn Ihr Kind Opfer dieser Form von Online-Mobbing wird, wird es sich Ihnen möglicherweise nicht anvertrauen. Häufig schämen sie sich oder haben Angst, dass Sie überreagieren. Vielleicht befürchten sie auch, dass Sie ihnen die Nutzung des Mobiltelefons oder des Internets verbieten oder einschränken, um sie zu schützen. Wenn sie nicht von sich aus zu Ihnen kommen, sollten Sie auf einige Warnsignale achten:
  • Ihr Kind ist nach einem Anruf oder der Verwendung des PCs verunsichert, traurig oder wütend.
  • Ihr Kind zieht sich immer mehr von Freunden oder Aktivitäten zurück, die ihm normalerweise Spaß machen.
  • Die Schulnoten Ihres Kindes verschlechtern sich, oder es äußert Ärger oder Unzufriedenheit mit der Schule oder einer bestimmten Schulstunde.
  • Ihr Kind wirkt ungewöhnlich depressiv oder traurig.
Maßnahmen gegen Cyberbullying
Wenn Ihnen eines dieser Warnsignale auffällt, sollten Sie versuchen, behutsam mit Ihrem Kind darüber zu sprechen. Normalerweise erfahren Sie so meistens die Ursache des Problems. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Ihnen sein Wohlergehen am Herzen liegt. Machen Sie ihm klar, dass Sie nicht die Absicht haben, seine Aktivitäten oder seinen Lebensstil einzuschränken, sondern dass Sie ihm nur helfen möchten. Wenn Sie im Lauf des Gesprächs erfahren, dass Cyberbullying die Ursache ist, lassen Sie sich die Texte zeigen, und ergreifen Sie die geeigneten Maßnahmen:
  • Speichern oder drucken Sie alle Beweise für Cyberbullying.
  • Versuchen Sie, die Täter zu identifizieren. Häufig sind mehrere Personen daran beteiligt oder wissen davon.
  • Reichen Sie eine offizielle Beschwerde beim Mobiltelefonbetreiber oder Internet-Dienstanbieter des Täters ein.
  • Fordern Sie den Täter auf, damit aufzuhören.
  • Informieren Sie die Eltern des Täters entweder per Telefon oder idealerweise per Einschreiben. Teilen Sie ihnen mit, was vorgefallen ist. Legen Sie die Beweise vor. Verlangen Sie, dass die Belästigungen aufhören. Drohen Sie ihnen mit rechtlichen Schritten, falls die Belästigungen weitergehen.
  • Informieren Sie die Schulleitung der Schule Ihres Kindes. Wenn das Schikanieren in der Schule stattfand, können Lehrer und Schulleitung entsprechende schützende oder disziplinarische Maßnahmen treffen, um diese Aktivitäten zu unterbinden.
  • Falls es zu Androhungen von Gewalt oder sexuellen Belästigungen kam, wenden Sie sich an die Polizei.
Ist Ihr Kind ein Täter?
Am einfachsten können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind andere nicht per Mobiltelefon oder Internet belästigt, indem Sie ihm klar machen, dass die Regeln des Anstands auch beim Umgang mit Mobiltelefon und PC gelten. Zudem sollten Sie überwachen, wie es beides nutzt.
  • Lassen Sie sich die Websites, die Ihr Kind besucht, und die Social Networking-Websites, bei denen es Mitglied ist, zeigen. Sie können auch nach dem Namen Ihres Kindes suchen, um seine Websites ausfindig zu machen.
  • Überprüfen Sie das Anrufprotokolle des Mobiltelefons sowie die auf dem Mobiltelefon gespeicherten Bilder und Textnachrichten.
  • Ältere Jugendliche empfinden diese Maßnahmen möglicherweise als eine Verletzung ihrer Privatsphäre. Erinnern Sie sie jedoch daran, dass es Ihre Pflicht als Eltern ist, sich um ihr Wohlergehen zu kümmern.
  • Falls weiterhin Probleme bestehen, schränken Sie die Nutzung des Mobiltelefons oder des Computers ein oder verbieten Sie sie ganz.
Vorteile der Technologie nutzen und unerwünschte Nebenwirkungen ausschalten
Mobiltelefone, PCs, E-Mail und das Internet bieten uns und unseren Kindern großartige Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten. Meistens nutzen sie diese Möglichkeiten sinnvoll, beispielsweise um uns mitzuteilen, wo sie sich aufhalten, um sich mit Freunden zu verabreden oder um ihre Hausaufgaben zu erledigen. Mit einer gewissenhaften Erziehung können wir dafür sorgen, dass unsere Kinder von den großartigen Möglichkeiten der Technologie von heute profitieren und von den unerwünschten Nebenwirkungen verschont bleiben.

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