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Ihre Kinder, das Internet und das Gesetz

1. April 2007
Zusammenfassung Die Online-Aktivitäten Ihrer Kinder können ernsthafte rechtliche Konsequenzen haben.

Einführung

Vor nicht allzu langer Zeit war das Leben noch einfacher. Eltern machten sich Sorgen darum, ob ihre Kinder beim Fußball eine Scheibe einschlagen oder etwa im Laden nebenan Süßigkeiten mitgehen lassen. Klingt irgendwie altmodisch, oder?

Durch das Internet haben die Handlungen unserer Kinder potenziell sehr viel weitreichendere Konsequenzen. Das Internet bietet zudem Zugang zu leistungsstarken Tools, von denen manche anderen Personen ernsthaften Schaden zufügen können.Und wenn Kinder Schäden anrichten, werden nicht unbedingt nur sie selbst zur Verantwortung gezogen. Auch Eltern und Erziehungsberechtigte können haftbar gemacht werden.

Wie Kinder online in Schwierigkeiten geraten können

Illegales Kopieren von Musik und Software – Kinder können urheberrechtlich geschützte Musik und Filme herunterladen oder illegale Softwarekopien erstellen. Diese Aktivitäten kommen einem Diebstahl gleich, und die Musikindustrie hat deutlich gezeigt, dass die Eigentümer von urheberrechtlich geschütztem Material nicht davor zurückschrecken, bei einer Verletzung ihres Urheberrechts zu klagen.

Verleumdung und üble Nachrede – Webseiten wie My Space® geben Kindern und Jugendlichen ein Forum, um ihre Meinung zu äußern – und dies wird von ihnen ausgiebig genutzt. In manchen Fällen geraten die Dinge jedoch außer Kontrolle, und diese Seiten werden dazu verwendet, um Gleichaltrige oder Autoritätspersonen zu attackieren. Diese Angriffe können manchmal auf Verleumdung oder üble Nachrede hinauslaufen.

Virusprogrammierung – Nicht immer wissen Eltern, was Kinder in ihren Zimmern mit dem Computer anstellen. So ist bekannt, dass auch Kinder bereits Computerviren geschrieben haben. Einige lassen diese dann auf die Welt los. In einem Fall programmierte ein Jugendlicher einen Wurm, der große Teile des Internets lahm legte. In diesem speziellen Fall kam es zu einer strafrechtlichen Verurteilung.

Kreditkartenmissbrauch – Geld aus dem Geldbeutel der Eltern zu nehmen, ist eine Sache. Sich die Kreditkarte zu schnappen und auf Online-Einkaufstour zu gehen, rückt dies in eine völlig neue Dimension. Egal, ob Kinder Musik, Spiele oder Kleidung kaufen – Schulden im Namen einer anderen Person zu machen, ist Identitätsdiebstahl, auch wenn es sich dabei um die eigenen Eltern handelt.

Online-Betrugsversuche – Kinder können Dinge kaufen, die sie nicht bezahlen können. Genauso können sie auch versuchen, Dinge zu verkaufen, die sie nicht besitzen. Zum Beispiel ist es ziemlich einfach, ein Online-Auktionskonto zu eröffnen, das Bild vom Fahrrad des Nachbarn einzustellen und es dann online zum Verkauf anzubieten – mit der Absicht, das Geld einzustecken und virtuell abzutauchen.

Haftung der Eltern

Jugendlichen drohen bei illegalen Online-Aktivitäten ernsthafte Konsequenzen. Aber damit ist die Sache oftmals noch nicht erledigt. Denn auch Eltern können haftbar gemacht werden.

Als die Musikindustrie beispielsweise entschied, beim illegalen Herunterladen von Musik hart durchzugreifen, nahmen sie die Personen ins Visier, die für den Internet-Dienst zahlten, über den der Download erfolgte. Das heißt, dass einige Eltern oder sogar Großeltern in den Klageschriften mit Namen genannt wurden – auch wenn es die Kinder oder Enkelkinder waren, die illegal Musik heruntergeladen hatten.

In einem anderen Fall machten zwei Schüler in einem My Space-Konto falsche und rufschädigende Aussagen über den stellvertretenden Schulleiter. Dieser verklagte die Schüler – und deren Eltern – wegen Verleumdung, übler Nachrede und Verletzung der Sorgfaltspflicht.

Dass Eltern für die Taten ihrer Kinder haftbar gemacht werden, ist nicht neu. Aber mit diesen ersten Internet-Fällen werden ganz neue Wege beschritten. Da immer neue Situationen auftreten, ist es schwierig vorherzusehen, inwieweit Eltern haftbar gemacht werden. Soviel ist jedoch klar: Eltern wurden bereits zivilrechtlich wegen des Online-Verhaltens ihrer Kinder verklagt. Und in einigen Staaten der USA scheinen die Gesetze Eltern für die Online-Aktivitäten ihrer Kinder strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen – ob sie nun von den Taten ihrer Kinder wussten oder nicht.

Treffen Sie vorbeugende Maßnahmen

Treffen Sie vorbeugende Maßnahmen, damit Ihre Kinder bei ihren Online-Aktivitäten nicht in Schwierigkeiten geraten. Insbesondere müssen Sie einige Regeln festlegen, selbst mit gutem Beispiel vorangehen und Ihren Kindern zu verstehen geben, welche Konsequenzen illegale Online-Aktivitäten haben können.

Sprechen Sie mit Ihren Kindern – Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, dass ihre Online-Aktivitäten anderen Schaden zufügen können und dass sie selbst – aber auch Sie als Eltern – ernsthaft mit dem Gesetz in Konflikt geraten können. Erklären Sie, welche Arten von Aktivitäten illegal sind. Geben Sie Ihren Kindern zu verstehen, dass sie Sie jederzeit fragen können, wenn sie nicht sicher sind, ob eine Aktivität gegen das Gesetz verstößt.

Legen Sie einige Regeln fest – Legen Sie fest, wie viel Zeit Ihr Kind maximal online verbringen darf. Erlauben Sie nicht, dass Ihr Kind ohne Ihre Erlaubnis oder Ihr Wissen Online-Einkäufe tätigt. Stellen Sie den Computer möglichst in einem allgemein zugänglichen Teil Ihrer Wohnung auf. Ziehen Sie zudem die Einrichtung einer Kindersicherung oder administrativer Kontrollen in Betracht, um den Zugang zu bestimmten Programmen oder Webseiten einzuschränken. Machen Sie Ihrem Kind unmissverständlich klar, dass Sie illegales Verhalten im Hinblick auf das Internet genau so wenig tolerieren wie Diebstahl oder Vandalismus.

Interessieren Sie sich für die Online-Aktivitäten Ihrer Kinder – Nachdem Sie ein Gespräch geführt und einige Regeln festgelegt haben, sollten Sie sich auch weiterhin dafür interessieren, welchen Online-Aktivitäten Ihre Kinder nachgehen. Lassen Sie sich deren Blogs und My Space-Profile zeigen. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über aktuelle Trends und Technologien und wie sie damit umgehen. Dabei sollte der Spaß jedoch nicht zu kurz kommen.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran – Nehmen Sie Software- und Musikpiraterie ernst. Kommunizieren Sie auf respektvolle Weise mit anderen im Internet. Kurz gesagt: Verhalten Sie sich so im Internet, wie Sie dies auch von Ihren Kindern erwarten. Denken Sie daran, dass sie Sie beobachten und daraus ihre Schlüsse ziehen.

Fazit

Wenn Kinder und Jugendliche im Internet über die Stränge schlagen, kann dies ernsthafte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. In einigen Fällen können Eltern für die Aktivitäten ihrer Kinder zur Verantwortung gezogen werden. Es liegt an Ihnen, sich darum zu kümmern, Regeln festzulegen und mit gutem Beispiel voranzugehen.