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Wie schützen Sie Ihre Privatsphäre im Internet?

13. Januar 2009
Zusammenfassung Wenn Sie zu Hause im Internet surfen, machen Sie sich bestimmt keine Gedanken darüber, dass Ihnen dabei jemand über die Schulter schauen könnte. Schließlich sind doch sämtliche Internetsuchen und Surfaktivitäten anonym, oder? Nicht unbedingt! Lesen Sie in diesem Artikel, wie Sie Ihre Privatsphäre beim Surfen im Internet schützen können.

Wie schützen Sie Ihre Privatsphäre im Internet?

Beim Surfen im Internet von Hause aus vertrauen die meisten von uns darauf, dass ihre Privatsphäre geschützt ist. Dies ist jedoch eine Illusion. Suchmaschinen wie AOL, Yahoo und Google zeichnen sämtliche Ihrer Aktivitäten im Cyberspace auf. Selbst Internet Service Provider setzen inzwischen Technologien ein, die die Online-Aktivitäten ihrer Abonnenten aufzeichnen.

Verhaltensorientierte Werbung

Dieses Verfahren, das im Englischen als Behavioral Targeting bezeichnet wird, ist eine von Werbetreibenden genutzte Methode, Online-Werbung, Inhalte oder Produkte basierend auf Ihrem Such- und Surfverhalten zu platzieren. Durch Aufzeichnen Ihrer jüngsten Internetaktivitäten können Suchmaschinen ein Profil über Sie erstellen und an andere Werbetreibenden verkaufen bzw. weitergeben.
Befürworter des Behavioral Targeting verteidigen diese Technik, indem sie darauf hinweisen, dass die über einen Benutzer gespeicherten Daten anonym sind. Meistens werden Profile nicht mit Namen oder anderen personenbezogenen Daten verknüpft. Ein weiteres Argument, das angeführt wird: Angesichts der unüberschaubaren Menge an Informationen im Cyberspace ist das Aufzeichnen Ihrer Surfgewohnheiten eine nützliche Methode, um Ihnen nur Informationen und Produkte anzuzeigen, die für Sie auch von Interesse sind.
Die amerikanische Federal Trade Commission sieht dies jedoch etwas kritischer.
"Ich bin besorgt…wenn mein Online-Verhalten auf mehreren Websites überwacht wird…und es keinen Hinweis darauf gibt bzw. keine Möglichkeit besteht, seine Einwilligung zu diesen Praktiken zu geben", meinte Commissioner Jon Leibowitz auf dem im November 2007 in Washington D.C. veranstalteten FTC-Forum zum Thema Behavioral Targeting.
Bedenken zu Online-Datenschutz bestehen aber nicht nur in den USA.
In der Europäischen Union plant man eine Regulierung der Behavioral Targeting-Praktiken im Internet. Der Vorstoß der EU erfolgte, nachdem Tausende von Facebook-Nutzern in einer Petition gegen die neue Praktik der Betreiber der Social Networking-Werbsite protestierten, andere Mitglieder über die Online-Einkäufe von Freunden zu informieren.
Ein Problem des Behavioral Targeting besteht darin, dass Tausende von Websites permanent Informationen über Nutzer austauschen und miteinander vergleichen. Ein Benutzer, der auf der einen Website anonym ist, kann leicht auf einer anderen Website zu einem namentlich bekannten Nutzer werden.
"Angeblich anonyme Such- und Surfaktivitäten können zu einzelnen Nutzern zurückverfolgt werden und nicht alle Daten, die Unternehmen über uns gesammelt haben, sind vor Verstößen gegen den Datenschutz sicher. Dies sollte uns allen zu Denken geben", sagte dazu Commissioner Jon Leibowitz.

Abschirmen Ihrer Surfgewohnheiten

Wie können Sie diese Schnüffeleien jedoch so weit wie möglich unterbinden und Ihre Privatsphäre schützen?
Das Center for Democracy and Technology (CDT) gibt folgende Empfehlungen dazu, wie Sie Ihre Surfgewohnheiten im Internet vor den neugierigen Augen der Werbetreibenden verbergen können:
  • Löschen Sie Ihren Cache. Die Verlaufsinformationen zu Ihrem Surfverhalten stellen ein Datenschutzrisiko dar, insbesondere wenn Sie einen Computer gemeinsam mit anderen nutzen oder am Arbeitsplatz im Internet surfen. Schützen Sie Ihre Privatsphäre, indem Sie nach jeder Internetsitzung die temporären Internetdateien Ihres Browsers sowie die Verlaufsdateien löschen.
  • Weisen Sie unnötige Cookies zurück. Einige Cookies zeichnen Ihr Surfverhalten zu Werbezwecken auf. Konfigurieren Sie Ihren Web-Browser so, dass Sie jedes Mal gewarnt werden, wenn eine Website ein Cookie sendet. Auf diese Weise können Sie Cookies von Websites abweisen, auf denen Sie anonym surfen möchten. In der Regel können Sie die Einstellungen für Cookies in den Abschnitten "Datenschutz" oder "Sicherheit" der Internetoptionen oder Einstellungen Ihres Browsers konfigurieren.
  • Installieren Sie Anonymisierungssoftware. Anonymisierungssoftware sorgt dafür, dass sich Ihre Internetaktivitäten nicht zurückverfolgen lassen, indem sie Ihre IP-Adresse (eine eindeutige Kennnummer, die Ihren Computer im Internet identifiziert) maskiert und persönliche Informationen verbirgt.
  • Verbergen Sie Ihre E-Mail-Adresse. Anonyme Remailer sind kostenlose Computerdienste, über die Sie Nachrichten senden können, ohne Ihren Namen oder Ihre E-Mail-Adresse preiszugeben.
  • Lesen Sie die Datenschutzrichtlinien. Beim Anmelden oder Einkaufen auf einer Website sollten Sie die Datenschutzrichtlinien lesen, um zu erfahren, wie Ihre Daten von der Website verwendet werden. Der Rat: Meiden Sie Websites, die nicht über klar definierte Datenschutzrichtlinien verfügen.
Im Anschluss an das zweitägige Forum zum Thema Online-Datenschutz und Werbung verabschiedete die Federal Trade Commission einige Grundsätze, um die Werbeindustrie zur Einführung strengerer Selbstkontrollen zu veranlassen und Verbraucher besser darüber zu informieren, dass Ihr Surfverhalten im Internet aufgezeichnet wird. Darüber hinaus kündigte AOL kürzlich die Einführung eines geplanten Service an, der es Nutzern ermöglicht, sich gegen die Aufzeichnung ihrer Online-Aktivitäten auszusprechen. Benutzer können sich auf einer Liste eintragen, um ihre Surfmuster vor Werbetreibenden zu verbergen.