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Inkognito surfen
Für die Betreiber der meisten Websites ist jeder Besucher ein potenzieller Kunde, dessen Profil für Marketingzwecke von hohem Interesse ist. Unter diesem Gesichtspunkt werden unter anderem die Surfgewohnheiten von Benutzern detailliert verfolgt. Wie Sie verhindern, dass persönliche Informationen ohne Ihr Wissen erfasst werden lesen Sie hier
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Kommt Ihnen das folgende Szenario bekannt vor? Nachdem Sie eine interessante Webseite mehrmals besucht haben, werden Sie beim Aufrufen der Seite ungefragt mit Werbung (zum Teil plötzlich in Ihrer Muttersprache) überschüttet, die sich scheinbar an Ihren Interessen oder vorherigen Suchvorgängen orientiert. Unter Umständen landet diese Werbung sogar als E-Mail in Ihrem Postfach. Von diesem Zeitpunkt an sind Sie kein Durchschnittsbesucher mehr, sondern ein potenzieller Kunde mit einem mehr oder weniger detaillierten Profil, das sorgfältig in der Datenbank gespeichert wird. Das Sammeln von Informationen zu den Surfgewohnheiten eines Benutzers wird Tracking genannt, und viele Sites verwenden diese Informationen zu Statistik- oder Marketingzwecken. Tracking stellt jedoch ein Risiko für die Sicherheit Ihrer persönlichen Daten dar, da die Informationen zu Ihren Gewohnheiten, Interessen und vorherigen Suchvorgängen im Web in der Regel mit Ihrer E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder IP-Adresse verknüpft sind. Und nicht alle Website-Betreiber treffen die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen, um die Vertraulichkeit Ihrer Daten zu gewährleisten. Im Gegenteil: Manche verkaufen die Daten sogar an Dritte. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, das unbemerkte Erfassen Ihrer persönlichen Daten zu verhindern oder Ihre Identität gegenüber Websites geheim zu halten.
Wie werden Benutzeraktivitäten erfasst? Es gibt viele Gründe, warum Sites die Aktivitäten von Benutzern verfolgen. Häufig wird den Benutzern damit der Zugriff auf einen Service ermöglicht, oder es werden statistische Daten für Werbekunden gesammelt. Websites setzen dabei unterschiedliche Tracking-Methoden ein, z. B. Cookies, Datenerkennungs-Tools und Web-Bugs (letztere spionieren Sie während des Surfens aus).
Mit Web-Bugs werden Ihre IP-Adresse, die Browserversion und -sprache, die vor und nach der aktuellen Seite besuchten Seiten, die Anzahl der Site-Besuche, das Datum Ihres letzten Besuchs, die von Ihnen bevorzugten Bereiche und gelegentlich sogar Ihre Aktivitäten auf anderen Websites erfasst.
Während Cookies und andere Identifizierungsanwendungen den meisten Internetbenutzern vertraut sind und von ihnen größtenteils akzeptiert werden, sind Web-Bugs unsichtbar und weit weniger bekannt. Genau wie Spyware installieren sie sich auf Ihrem Computer ohne Ihr Zutun und Wissen. Anschließend zeichnen sie die von Ihnen besuchten Websites auf mit dem Ziel, die Informationen an Werbeagenturen weiterzusenden. Web-Bugs erscheinen auf den betreffenden Webseiten als nicht erkennbare Pixel und lassen sich ohne den Einsatz spezieller Software nicht umgehen. Einer amerikanischen Studie zufolge enthalten etwa 3,9 Prozent aller Websites solche Web-Bugs.
Mit der Erfassung von Benutzerdaten verfolgen jedoch nicht alle Sites das Ziel, die Identität ihrer Benutzer aufzudecken. Internet Service Providers (ISPs) zum Beispiel zeichnen alle Ihre Verbindungsdaten sorgfältig in Protokolldateien auf. In Frankreich sind ISPs sogar gesetzlich dazu verpflichtet und setzen sich zivil- und strafrechtlicher Verfolgung aus, wenn sie diese Informationen auf Anfrage von Justiz- und Polizeibehörden nicht zur Verfügung stellen können. Selbstverständlich interessieren sich ISPs auch im Rahmen ihrer eigenen Marketingstrategien für Ihre Surfgewohnheiten.
Warum anonym bleiben? Nicht etwa, um Informationen geheim zu halten oder sich an illegalen Aktivitäten im Internet zu beteiligen! Die Wahrung der Anonymität empfiehlt sich, um Ihre Privatsphäre zu schützen und zu verhinden, dass Ihre persönlichen Daten in die Hände unlauterer Geschäftsleute fallen. Außerdem können Sie den Umfang an Spam-Mails in Ihrem Postfach verringern und vermeiden, dass Ihr Bildschirm mit zielgerichteten Werbebannern überschüttet wird.
Wie können Sie anonym surfen? Es gibt mehrere Möglichkeiten, um beim Surfen anonym zu bleiben. Beispielsweise können Sie Ihren Computer so konfigurieren, dass er Identifizierungsversuche der Websites (z. B. Cookies) ablehnt. Allerdings kann die strikte Ablehnung von Cookies zur Folge haben, dass Sie auf bestimmte Sites nicht mehr zugreifen können und das Surfen grundsätzlich erschwert wird. Am besten ist es, Cookies zwar anzunehmen, sie aber regelmäßig zu löschen.
Eine andere Option besteht darin, für den Online-Einkauf oder die Online-Registrierung bei Diensten ein anonymes E-Mail-Konto einzurichten (das Ihren Namen nicht offen legt). Mit Tools (z. B. Proxy-Servern), die die von Ihrem Computer gesendeten und empfangenen Daten filtern, können Sie Ihre Identität ebenso geheim halten. Proxies geben Ihre tatsächliche IP-Adresse nicht preis. Verschiedene Bildungseinrichtungen und Unternehmen bieten Internetbenutzern die kostenlose Nutzung ihrer Proxies an. Außerdem gibt es Online-Dienste wie anonymizer.com, mit denen Sie ebenfalls inkognito surfen können.
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