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Filtern von Inhalten für mehr Netzwerksicherheit

Dass nur wenige Unternehmen die Internet-Nutzung ihrer Mitarbeiter kontrollieren, ist nicht auf das Fehlen technischer Lösungen zurückzuführen. Der Grund liegt vielmehr darin, dass viele das Image eines autoritären Big Brothers fürchten. Diese Vorstellung ist jedoch weit von der Wahrheit entfernt , eine gewisse Kontrolle sollte sogar sein…

Das Filtern von Web-Inhalten ist in erster Linie eine rechtliche Angelegenheit. Unternehmen liegt es nicht daran, ihre Mitarbeiter auszuspionieren, sondern zu verhindern, dass illegale Aktivitäten in ihrem Namen ausgeführt werden. Darüber hinaus müssen Unternehmen sicherstellen, dass die gesamte Netzwerkkapazität ausschließlich für Geschäftszwecke eingesetzt wird.
Rechtlich gesehen sind Unternehmen für die Verwendung ihres Netzwerks verantwortlich. Wenn ein Mitarbeiter über den Firmencomputer rechtswidrige Inhalte (z. B. rassistische oder gewaltverherrlichende Inhalte usw.) veröffentlicht, werden mögliche Strafanzeigen gegen das Unternehmen, nicht gegen den Mitarbeiter erhoben. Obwohl das Unternehmen nicht unbedingt im Strafverfahren verwickelt sein wird, ist es von der Angelegenheit dennoch betroffen, da diese in der Regel negative Auswirkungen auf das Unternehmens-Image hat.
Ein Filter ermöglicht es Ihnen, den Zugriff auf Sites zu verhindern, dessen Inhalte der Dienstanbieter als fragwürdig oder sogar illegal betrachtet. Filter können natürlich nicht verhindern, dass solche Inhalte in Chat-Rooms allgemeiner Sites veröffentlicht werden (es sei denn, Sie verwehren auch den Zugriff auf diese Sites). Der Einsatz eines Filters zeugt jedoch vom guten Glauben Ihres Unternehmens.
Aus technischer Sicht können Sie durch das Filtern von Inhalten außerdem Ihre Netzwerkkapazität optimieren. In der Regel wird akzeptiert, dass 40 Prozent des täglichen Internet-Datenverkehrs eines Unternehmens nicht arbeitsbezogen sind. Im Falle kleiner Unternehmen, die häufig nur über eine ADSL-Verbindung mit dem Internet verbunden sind, können sogar bis zu 70 Prozent der Bandbreite durch nicht arbeitsbezogene Aktivitäten belegt werden. Durch Einschränken der Sites, auf die Mitarbeiter während der Arbeitszeiten zugreifen dürfen, können Unternehmen ihre Netzwerkkapazitäten wesentlich besser nutzen (das Herunterladen von Videos oder von Testversionen der neuesten Spiele ist ein sehr beliebter Zeitvertreib).
Schließlich können Sie mithilfe von Filtern das Ablenkungspotential des Internets einschränken. Müssen Mitarbeiter während der Arbeitszeit wirklich virtuelle Casinos oder eBay-Auktionen besuchen?

Finden eines geeigneten Filters

Die Funktionalität der derzeit auf dem Markt verfügbaren Filterlösungen basiert im Wesentlichen auf einer Liste von Sites, die nach Themen kategorisiert ist und in regelmäßigen Abständen vom Dienstanbieter aktualisiert wird. Aus diesem Grund sollten Sie sich bei der Suche nach einem geeigneten Filter zunächst nach der Qualität dieser Liste und der Häufigkeit ihrer Aktualisierung richten.
Ein zweites Kriterium sollte die Flexibilität des Produkts sein. Ihr Administrator sollte die Liste der blockierten Sites manuell aktualisieren können. Wenn die Anwendung den Netzwerk-Datenverkehr auch anhand von Schlüsselwörtern filtert, muss auch die Aktualisierung dieser Liste möglich sein. Eine weitere nützliche Funktion, die nicht jedes Produkt bietet, ist die Definition einer Liste mit zulässigen Sites durch Ihren Administrator, durch die der Zugriff auf alle anderen Sites verhindert wird ("Positivliste“).
Wichtige Funktionen sind auch die Definition einer Standardaktion (zulassen oder blockieren) für Fälle, in denen der Server Ihres Dienstanbieters nicht verfügbar ist (weil eine Liste aktualisiert wird oder ein Echtzeitprüfung durchgeführt wird; einige Produkte bieten beide Funktionen).
Außerdem sollte es möglich sein, Benutzerlisten zu erstellen, so dass in Abhängigkeit von der Arbeitsumgebung der einzelnen Benutzer unterschiedliche Einschränkungen festgelegt werden können.
Schließlich ist eine Funktion sinnvoll, die die Akzeptanz der Datenfilterung unter den Mitarbeitern erhöht: die Option, den Netzwerkverkehr nur während der Arbeitszeiten zu filtern. Es ist eventuell sinnvoll, Sites mit illegalen Inhalten dauerhaft zu sperren, bei Einkaufsagenten oder Mail-Order-Websites sollten Sie jedoch davon absehen. Es sollte Mitarbeitern möglich sein, solche Sites in der Mittagspause oder außerhalb der Arbeitszeiten zu besuchen.

Die Grenzen des Filterns von Web-Inhalten

Obwohl Filter eine bessere Bandbreitennutzung ermöglichen (Sie müssen nicht in zusätzliche Netzwerkressourcen investieren) und die Verantwortung der Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Internetnutzung erhöhen, können Sie nicht alle Probleme lösen. Die Liste nicht zulässiger Sites kann nie vollständig und auf dem neuesten Stand sein. Zudem ist die Pflege der Liste je nach Sprache unterschiedlich. Eine effektive Filterung von Web-Inhalten setzt daher eine vorangehende Filterung von Anwendungen (beispielsweise zum Blockieren oder Kontrollieren von Instant-Messaging-Programmen oder der Verwendung von WebMail-Systemen) und die Überwachung von E-Mails voraus, bei denen insbesondere Anhänge einen Großteil der verfügbaren Bandbreite beanspruchen.


Glossar

Bandbreite: Maximale Datenmenge, die in einem Netzwerk übertragen werden kann.

Filtern von Anwendungen: Überwachung von Inhalten auf der Basis von Informationen, die für bestimmte Anwendungen oder Protokolle typisch sind (beispielsweise zur Unterscheidung zwischen dem Herunterladen von Video-Dateien und einer normalen Internetsitzung oder zum Erkennen von Anhängen in E-Mail-Nachrichten).

WebMail: Über das Internet abrufbare E-Mail-Dienste (z. B. Hotmail).


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